Erster Artikel des neuen Foodblogs!

Warum fotografiere ich nun „Essen“? Ist eine schöne Landschaft oder ein Portrait nicht viel spannender? Das werde ich nun manchmal gefragt, wenn ich Menschen von meinen neuen Plänen erzähle.

 

Das wäre sicherlich so, wenn sich die Foodfotografie darauf beschränken würde, lediglich nett angerichtete Nahrungsmittel abzulichten. Wenn „essen“ nicht mehr wäre, als bloße Nahrungsaufnahme.

 

Weil „Küche“ aber tatsächlich viel mehr ist, als bloße Nahrungsaufnahme, weil es in allen Ländern der Welt wichtiger Teil der Kultur ist, ist auch die Foodfotografie viel mehr, als einfach das Foto der Mittagspizza aus der Tiefkühlpackung.

Ein Espresso im Straßencafe in der Mittagspause oder im Urlaub, eine Familienfeier, ein Abend mit Freunden, ein Straßenfest, der Sonntagmorgen mit der Familie, eine Weihnachtsfeier – alles „Ess-und Trink-Kultur“ - unsere Gemeinschaft wäre nicht die selbe ohne diese Kultur.

 

Nicht ohne Grund ist häufig die Küche schnell zentraler Versammlungsort der Familie oder bei der Feier mit Freunden versammeln sich alle an diesem Ort. Wärme, leckere Düfte, Geschmackserlebnisse, das Gefühl des Versorgt-seins, ja vielleicht sogar sehr alte archaische Gefühle, die uns mit dem „Herdfeuer“ verbinden – all dies ist „Küche“.

 

Gute, hochwertige, Speisen, liebevoll angerichtet und in entspannter Atmosphäre verzehrt sind nicht nur Nahrung und Kraftgeber für den Körper, sondern auch für die Seele.

 

Natürlich Gewachsenes erdet uns im wahrsten Sinne des Wortes wieder, verbindet uns mit der Welt, lässt unsere Zellen und unseren Körper aus der Natur jeden Tag neu entstehen. Wir sind oder werden, buchstäblich, das, was wir essen. (Dafür werfe ich jetzt auch gern 5 Euro ins Phrasenschweinchen…;-))

 

Warum vegan?

 

In der veganen Ernährung habe ich für mich die beste Möglichkeit gefunden, Leben bestmöglich zu achten, zu respektieren und Tierleid zu minimieren. Ich spreche hier ausdrücklich ausgehend von der Kultur, der Vielfalt und dem relativen Reichtum des zentralen Europa, in dem dies ohne Probleme möglich ist und die Entscheidung, ob vegan, vegetarisch oder omnivor lediglich eine persönliche ist. Keine, die von der Verfügbarkeit entsprechender Lebensmittel oder ähnlichen Zwängen abhängt. Ich verurteile hier nicht, weder die eine noch die andere Entscheidung für den einen oder anderen Weg.

 

Ich möchte mit meiner veganen Foodfotografie eher etwas anbieten. Anbieten zu zeigen, welch vielfältiger, sinnlicher, ästhetischer, farbenfroher und lebendiger Genuss die vegane Ernährung sein kann. Dass sie nicht Verzicht bedeutet, sondern Reichtum an Geschmack, Ästhetik, Gesundheit und Duft.

 

Warum so häufig "bio"?

 

Respekt vor dem Leben hat für mich auch etwas damit zu tun, der Erde nicht mit Gewalt die letzten Ressourcen zu entreißen, sie bis zur Erschöpfung auszupressen. Sie bietet uns auch ohne diesen Zwang mit intelligener und schonender Bewirtschaftung genug zum Leben – und das nachhaltig und dauerhaft. Wir sind längst in Zeiten des Klimawandels angekommen, und die landwirtschaftliche Produktion spielt bei der Beeinflussung des Klimas eine große Rolle. Hier haben wir es, auch als Verbraucher, in der Hand, nicht nur positive Akzente zu setzen, sondern die Weichen zu stellen, wie unsere Welt in 50 oder 100 Jahren aussehen mag, jeden Tag, mit unserem Einkaufswagen und unserer Entscheidung für oder gegen das eine oder das andere Lebensmittel.

 

Auch hier gibt es in meinen Augen kein schwarz oder weiß. Auch ich kann es mir wirtschaftlich nicht leisten, immer und zu jeder Zeit zu 100% biologisch einzukaufen. Das ist für mich aber kein Grund zu sagen: „Dann lass ich es ganz!“ Wenn es geht, bio, wenn es mal nicht geht, dann ist das auch in Ordnung! Wenn jeder nur seinen kleinen, persönlichen Teil beiträgt, dann haben wir gemeinsam schon sehr viel erreicht!

 

Zum bewussten Einkaufen gehört schließlich auch noch das Kochen nach jahreszeitlicher Verfügbarkeit. Erdbeeren zu Weihnachten können weder klimafreundlich sein, schmecken meist nicht halb so gut wie saisonale Ware und müssen zwingend stark behandelt sein, um die lange Reise aus ihrem Ursprungsland bis zu uns ohne Schäden zu überstehen. Und kann es nicht auch eine Bereicherung sein, nicht zu aller Zeit immer und alles zur Verfügung zu haben? Kann es nicht auch ein Gewinn sein, wenn sich das Warten gelohnt hat und man mit Freude in der Sommersonne sitzend die ersten wohlschmeckenden und süßen Erdbeeren verzehrt oder den frischen Spargel?

 

Nun aber genug der Theorie – holt Euch doch einen leckeren Kaffee und stöbert Euch ganz in Ruhe durch die sinnlichen Genüsse – seht ihr das kunstvolle Arrangement der zahllosen Kernchen auf den Erdbeeren? Riecht ihr den fruchtigen Duft? Spürt ihr schon die Frische des Apfels auf der Zunge? Spürt den wunderbaren Geschenken mit allen Sinnen nach, die uns die Natur liefert!

 

Und falls ihr dann Hunger bekommen habt und Lust auf reale Genüsse – ab an den Kochtopf, in der Rezeptabteilung findet ihr zahlreiche Anregungen zum Nachkochen! Die Rezepte sind dabei bewußt einfach und unkompliziert gehalten – Genuß muss nicht kompliziert, teuer und aufwendig sein! Die Rezepte können auch von Kochneulingen leicht nachgekocht werden.

 

Richtet Euer Essen, wenn es fertig ist, schön an! Ihr müsst keine aufwendige und schwierige Dekoration kreieren – ein paar Kräuter, ein paar geröstete Kerne, ein Löffel Pflanzensahne, ein paar Schokostreusel machen aus einem bloßen Teller mit Essen auch ein Fest für die Sinne! Die Natur hat alle Mühe aufgewendet, die Pflanze so werden zu lassen, wir ihr sie auf dem Teller habt, und ihr habt die Speise mit Liebe zubereitet – somit haben Nahrung und Mensch es gleichermaßen verdient, hier mit allen Sinnen genießen zu dürfen!

 

Und ich hoffe, wir sehen uns ganz bald zum nächsten Blogartikel wieder! :-)

 

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